Zu kurz gedacht

Thema: Ferienwohnungen in Warnemünde – Umwandlungsverbot

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Das Wohnen soll in Warnemünde von der Umwandlung in Ferienwohnungen geschützt werden. Das klingt zuerst einmal erfreulich, ist aber bei weitem zu kurz gedacht:

Das Gebiet soll nur das ursprüngliche Kerngebiet Warnemündes umfassen, die neuen Baugebiete wie Mittelmole, Parkstraße hinter dem Sportgelände, „Molenfeuer“ bei den Eisenbahngleisen, Hohe Düne und ggf. neue Gebiete sind hiervon ausgenommen, mit der Begründung, hierfür gebe es bereits B-Pläne.

Was wird die Folge sein:

Das Kerngebiet wird umrahmt von Gebieten mit Eigentums- bzw. Ferienwohnungen und großen Hotels, mit denen sich eine höhere Rendite erzielen lässt als mit Dauerwohnungen.

Das Kerngebiet wird von den Einheimischen bewohnt, die auf eigene Kosten ihre Häuser, Vorgärten und Straßen pflegen, für historisches Straßenpflaster erhöhte Beiträge zahlen, damit die Touristen sich im Ort wohl fühlen. Warnemünde ist dann so etwas wie ein Reservat „Kleines, niedliches Fischerdorf“, durch das Touristenmassen von den Kreuzfahrtschiffen und aus den Ferienwohnungen und Hotels strömen und Fotos machen. Die Rendite sollen die Reservatsbewohner aber nicht bekommen, sondern die Betreiber der großen Hotels und Kreuzfahrtschiffen und der Ferienwohnungssiedlungen. Und die Reservatsbewohner dürfen diesen natürlich möglichst wenig Konkurrenz machen durch private Ferienvermietung und familiäre kleinere Pensionen und Hotels, sondern sie sorgen nur fürs „Ambiente“.

Das ist übrigens das Muster in vielen südlichen Urlaubsorten, in denen die Einheimischen irgendwann nur noch Kellner, Zimmermädchen und Gärtner sind und die Rendite von Investoren von Außerhalb eingestrichen wird.

Wenn also die Bürgerschaft am 30.1. berät und beschließt, dann sollte das Schutzgebiet auf ganz Warnemünde ausgedehnt werden und in den neuen Baugebieten sollten keine Eigentums- und Ferienwohnungen und keine weiteren Hotels zugelassen werden.