Hanfwettbewerb

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Hanfwettbewerb – Wer hat die höchste Pflanze?

Aus meiner Zeit als Tiergartener Bezirksstadträtin

Zur Rehabilitation der sehr nützlichen und leider immer noch diffamierten Hanfpfanze plante ich einen Wettbewerb für die städtischen Kitas: Wer hat die höchste Hanfpflanze?

Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte ich als Jugendstadträtin offiziell die Genehmigung beantragt, jeder städtischen Kita drei Cannabissamen zum Aussäen zur Verfügung zu stellen. Es handelte sich um Samen von Pflanzen, die kein Rauschmittel produzieren.

Bevor ich überhaupt eine offizielle Antwort aus dem Bundesinsitut erhalten hatte, erfuhren bereits über irgendwelche Informationskanäle sowohl die Jugendsenatsverwaltung als auch die Presse von meiner Anfrage und es wurde gegen dieses Vorhaben gehetzt.

 

 

 

 

 

Pressebericht:

Berliner Zeitung
Archiv » 1997 » 21. März
Textarchiv

Stadträtin beantragt Hanfpflanzen für Kitas

Elisa Rode (Grüne) will Kinder “spielerisch” an den Rohstoff heranführen / Heftige Kritik der Jugendverwaltung
fg

Die Tiergartener Jugendstadträtin Elisa Rode (Bündnis 90/Grüne) möchte jeder Kindertagesstätte in ihrem Bezirk Hanfsamen zur Verfügung stellen, damit die Kinder den Umgang mit dieser Pflanze lernen können. In der Jugendverwaltung hält man die Idee angesichts der Möglichkeit, aus Hanf Haschisch zu gewinnen, für “geschmacklos”.

Jeweils drei Hanfsamen einer von der Europäischen Union (EU) zugelassenen Sorte sollen den mehr als 40 Kitas in Tiergarten nach dem Willen von Stadträtin Elisa Rode zur Verfügung gestellt werden. Diese Samen enthalten nur geringe Mengen des berauschenden THC, sagt die Stadträtin. Der Gehalt liege bei unter 0,3 Prozent. Ab einem Gehalt von drei bis vier Prozent kann Haschisch hergestellt werden.

Die Drei- bis Sechsjährigen sollen sich laut Grünen-Politikerin “spielerisch mit dem Thema nachwachsende Rohstoffe und ihren vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten befassen”. Um den Kita-Kindern die Aktion schmackhaft zu machen, plant sie zudem einen Wettbewerb. Motto: Wer hat die höchste Pflanze?

Bewußt habe sie sich für die Hanfpflanzen entschieden. Mütter, die zudem bei Bündnis 90/Grüne Mitglied wären, hätten sie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Die Pflanze ist nach Aussage von Elisa Rode sehr tabuisiert. “Mit diesem Wettbewerb versuchen wir, den Nutzwert der Pflanze in die Öffentlichkeit zu rücken.” Und dann zählt sie die Vorzüge auf: “Hanf wächst sehr schnell, täglich können die Kinder Veränderungen sehen.” Außerdem hätten sie die Möglichkeit, Produkte, die aus dieser Pflanze hergestellt werden, kennenzulernen, etwa Hanföl und -kleidung.

Klaus Löhe, Staatssekretär in der Jugendverwaltung, hat erhebliche Probleme mit dem Vorhaben. “Ich halte das für geschmacklos und unverantwortlich, daß schon Dreijährigen unter dem Vorwand des Umweltschutzes vermittelt wird, Hanf ist eine problemlose Pflanze”, kritisiert der Staatssekretär. Wenn Zwölfjährige ihren ersten Joint rauchen, sollen sie “offenbar kein schlechtes Gewissen dabei haben”. Er kündigt an, der Tiergartener Stadträtin diese Aktion zu verbieten. Daß Rodes Hanfwettbewerb offenbar ein Traum bleiben wird, bestätigt auch das zuständige Bundesinstitut. Nach Angaben von Sprecherin Karin Günther ist der Anbau von Nutzhanf für gewerbliche Zwecke erlaubt – Ausnahmen sind wissenschaftliche Studien. “Dann werden wir eben auf Feuerbohnen oder Sonnenblumen umsteigen”, sagt Elisa Rode. +++